19.09.2017 | 22:25


Liebe

Fragend, suchend auf der Reise,
fremde Länder durchkämmend, wanderte ich über Berge bis zur See,
die Sicht in Nebel verhüllt, mystisch und unklar.
Der Mensch, der Stein, die Welle weinten leise,
weil ich sie übersah.

Worte aus Zucker, süß, lieblich, und doch flüchtig geistlos rannen aus meinem Mund,
die Wahrheit im falschen Licht abgestellt,
das Herz ganz wund.
Mit einer Maske vor dem Gesicht,
in Regenbogenfarben verhüllt, bunt, schrill, chaotisch durchdringend
fand ich die Liebe nicht.

Reise zurück nach Hause, Stille. Jetzt.
Durchstreife mein Sehnen, mein inneres Rufen, meinen Takt, meine eigene Melodie.
Ruhe, Frieden, Hingabe, Demut schmunzeln pastellfarben selig vernetzt,
getragen von Harmonie.

Von der Suche befreit, entlasse ich alle Fragen
und finde in einem kostbaren Augenblick unendlich viel Zeit,
um alles und nichts mehr zu sagen.

Was ist Liebe?
Vor dem Nein steht immer ein Ja.
Liebe lässt sich nicht suchen, nicht finden.
Liebe ist einfach nur da.

Lietta Schröder

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XIX«

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